KI verspricht Unternehmen viele Vorteile beim Umgang mit Daten, doch nicht immer ist der Einsatz sinnvoll. Michael Berthold, Gründer der Datenanalyse-Plattform KNIME, sieht KI im „heise meets …“-Podcast als Ideengeber, weiß aber auch, dass künstliche Intelligenz nicht immer die Wahrheit erfasst.
Im Gespräch mit Matthias Tüxen erläutert Berthold, für welche Aufgaben sich der Einsatz von KI in der Datenanalyse eignet – und wo Unternehmen besser die Finger davon lassen sollten. Beispielsweise könne KI erste Einsichten in Daten eröffnen und interessante Zusammenhänge aufzeigen. „Wenn es aber darum geht, dass die KI mir korrekte Aussagen macht, auf die ich dann meine Budgetplanung ausrichte, dann würde ich sagen: lieber nicht“, so der KNIME-Gründer.
KI ersetzt kein Fachwissen
Ein Risiko sieht Berthold darin, dass gerade Einsteiger die Ergebnisse von KI-gestützten Analysen oft unkritisch akzeptieren, weil ihnen das nötige Detailverständnis fehlt. Doch auch erfahrene Data Scientists sollten sich nicht blind auf KI verlassen: „Jede Zeile Code, die von der KI kommt, liegt in der Verantwortung des Programmierers.“
Entscheidend sei, KI als Lernwerkzeug zu begreifen, das einem hilft, die Datenarbeit besser zu verstehen – und nicht als Allheilmittel, das einem die Arbeit komplett abnimmt. Um KI gezielt einzusetzen, brauche es nach wie vor Experten, die die Ergebnisse interpretieren und in den richtigen Kontext setzen können. „Am Ende überlässt man die Interpretation dieser Ergebnisse natürlich dem Fachexperten“, betont Berthold.
KNIME: Daten transparent auswerten
Wie Unternehmen Datenanalysen auf Basis der Open-Source-Plattform KNIME gestalten können, zeigt Berthold an Praxisbeispielen aus der Finanzbranche, der Automobilindustrie und dem Personalwesen. Ein Vorteil von KNIME sei die Transparenz: Selbst Jahre später lasse sich noch genau nachvollziehen, wie bestimmte Ergebnisse erzeugt wurden. So ließen sich Fehler aufdecken und aus ihnen lernen.
Berthold ist überzeugt: Der sinnvolle Einsatz von KI kann die Datenarbeit voranbringen – ersetzen wird sie den Menschen aber nicht. „Es wird zunehmend wichtig sein, dass ich in der Lage bin, wenn ein Ergebnis zurückkommt von der KI, zu sagen: Erklär mir, wie du da hingekommen bist.“ Dann könnten Unternehmen das volle Potenzial von KI in der Datenanalyse ausschöpfen, ohne sich von falschen Ergebnissen in die Irre leiten zu lassen. Den ganzen Podcast finden Sie auf „heise meets …“.